Nachsorge der Deponien

Durch mikrobiellen Abbau organischer Abfallinhaltsstoffe wird Deponiegas gebildet. Aus einer Tonne Abfall werden im Mittel etwa 150 m³ bis 250 m³ Deponiegas.
Für die Gasfassung auf der Deponie "Frankenfelder Berg" wurden unter anderem 40 Gasbrunnen, 6.800 Meter Rohrleitungssystem und 5 Gasverdichterstationen gebaut.

Als maximale Gasmenge werden ca. 560 Kubikmeter Deponiegas/h für mindestens 10 Jahre erwartet. Um das gewonnene Gas energetisch verwerten zu können, wurde ein Blockheizkraftwerk errichtet, welches mit Hilfe von Gasmotoren nach dem Prinzip der Kraft-Wärmekopplung elektrische und thermische Energie erzeugt.

Der Betrieb einer Entgasungsanlage mit energetischer Nutzung des Deponiegases wurde zum 01.04.2007 durch den SBAZV an die REST GmbH übertragen. Die REST GmbH übernimmt damit die Wartung und die Betriebsführung der Deponiegasfassung, der Deponiegasaufbereitung und der Deponiegasverwertung.

Die erzeugte Elektroenergie von ca. 7.000 MWh/a (ab 2004) wird in das öffentliche Stromversorgungsnetz eingespeist - genug um etwa 1.500 Einfamilienhäuser mit Strom zu versorgen. Beim Verbrennungsprozess im Motor entstehen zusätzlich zur elektrischen Energie ca. 10.000 MWh/a Wärmeenergie. Diese Energie wird dem Fernwärmenetz der Städtischen Betriebswerke Luckenwalde (SBL) zugeführt. Mit dieser Menge könnten etwa 350 Einfamilienhäuser mit Wärmeenergie versorgt werden.

Auf der Basis von Deponiegas werden in Luckenwalde jährlich etwa 7,5 Mio. KWh elektrische Energie und mehr als 10 Mio. KWh thermische Energie produziert. Dadurch werden jährlich ca. 7.500 Tonnen Braunkohle und ca. 1.000.000 Kubikmeter Erdgas eingespart.

Entgasungsanlage auf der Deponie "Frankenfelder Berg"
Entgasungsanlage auf der Deponie "Frankenfelder Berg"

Errichtung eines Solarparks auf der Deponie „Frankenfelder Berg“

Um auch nach dem Rückgang der Deponiegasmenge weiter Strom über die vorhandenen Leitungen einzuspeisen, wird auf dem südlichen Teil der Deponie auf einer Fläche von 2,5 ha eine Photovoltaikanlage (Solarzellenanlage) mit einer Leistung von einem Megawatt errichtet.

Am 19.5.2008 wurde der Grundstein für diese Anlage gelegt.

Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Stromversorgungsnetz eingespeist. Zusammen mit der bereits bestehenden Deponiegasverstromung können dann jährlich ca. 7.000.000 kWh Elektroenergie klimafreundlich produziert werden, genug um ca. 1.800 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Anlage wird 2009 fertig gestellt.

Mit der Errichtung dieser Solarzellenanlage gelingt eine sinnvolle Nachnutzung der geschlossenen Deponie. Sie stellt gleichzeitig einen Beitrag zur Erzeugung regenerativer Energien sowie zur Ressourcenschonung dar.


<p>Erste Solarmodule auf der Deponie "Frankenfelder Berg"</p> <p> </p>

Erste Solarmodule auf der Deponie "Frankenfelder Berg"